Tajouje
- > Freitag, 24 April 2026 · 21:15 | SİNEMA TRANSTOPIA |
Tajouje spielt im Osten des Sudan und erzählt von einer leidenschaftlichen Dreiecksbeziehung, in der öffentliche Liebesbekundungen mit Stammesgesetzen, familiären Verpflichtungen und gesellschaftlicher Verurteilung kollidieren. Gadalla Gubara inszeniert ein Melodrama, das von Liedern, mündlichen Erzählungen und visueller Opulenz durchzogen ist und in dem private Gefühle zu einem Mittel werden, um gesellschaftliche Autoritäten auf die Probe zu stellen. Während sich Liebende und Rivalen in einer Welt bewegen, die von Ehre und Verboten geprägt ist, zeigt der Film, welchen Preis das Verlangen in einer streng reglementierten Gemeinschaft hat. Tajouje ist zugleich romantisch und warnend und wird als der erste im Sudan produzierte Spielfilm angesehen. Er gilt bis heute als Meilenstein des sudanesischen Kinos: ein wegweisender Film, der populäre Ausdrucksformen mit kulturellem Erbe verbindet und die Frage stellt, wer über Liebe sprechen darf und zu welchem Preis. 2015 wurde der Film zusammen mit anderen Werken von Gadalla Gubara im Rahmen einer deutschen Zusammenarbeit restauriert.

