Tigers Are Better Looking
- > Montag, 27 April 2026 · 18:30 | silent green Kulturquartier |
In seiner Adaption von Jean Rhys Werk macht Hussein Shariffe eine literarische Innenwelt zu einer verdichteten Meditation über Exil, Entfremdung und ungleiche Modernitäten. Der Film inszeniert eine Begegnung zwischen dem Sudan und Großbritannien als eine desorientierende Auseinandersetzung mit Rassismus, Klasse und kultureller Hierarchie. Durch poetische Abstraktion und dosierte Kontraste stellt Shariffe Vertreibung als gelebte Gefühlsstruktur dar, die zugleich intim und geopolitisch ist. Erinnerungen, Sprache und Sehnsucht durchziehen das Werk als Gegenkräfte zur Entfremdung, während die Kluft zwischen dem globalen Norden und Süden eher in alltäglichen Gesten und Stimmungen als in offener Belehrung zum Ausdruck kommt. Tigers Are Better Looking bleibt eine zentrale Darstellung des Diaspora-Bewusstseins in der Geschichte des sudanesischen Films.

